Blogs werden in sein im Jahr 2013. Egal fast, wo man hinsieht: überall macht sich ein neuer Enthusiasmus breit, der ganz offensichtlich stark von einer Unzufriedenheit mit den gängigen Social Media Konzepten genährt wird. Was Inhalte und deren Verfügbarkeit oder Wiederauffindbarkeit angeht, scheinen Twitter, Facebook oder Google+ eine große Müllkippe zu sein: Inhalte werden da abgekippt, bleiben ein paar Tage an der Oberfläche sichtbar und werden von neuen Inhalten verschüttet. Verloren in dem fortwährenden Stream der Neuigkeiten.
Wir lernen wieder, unsere Blogs zu lieben
wird mittlerweile als eines der großen Dinge für 2013 vorhergesagt. Keine Frage, dass ich den eigenen Blog (hatte ich auch schon mal geschrieben) als Container für meine Inhalte auch bevorzuge, keine Frage auch, dass Bekannte und Freunde seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Energie und Mühe in ihre Blogs investieren und damit – so finde ich jedenfalls – auf einem anderen qualitativen Level kommunizieren und publizieren. Und keine Frage auch, dass es deutlich mehr Spass macht, diese Inhalte zu lesen.
Eine Frage allerdings bleibt jetzt doch: wie nachhaltig wird das sein? Wie wird über einen längeren Zeitraum dieser Impetus am Leben erhalten? Wie wird die Kontinuität sichergestellt angesichts eines zu erbringenden Aufwandes, den man neben allem anderen erledigen muss? Ich hoffe natürlich, dass bei vielen Leuten die Lust am Bloggen eines der treibenden Motive sein wird, hoffe aber auch, dass sich um diese neue Blogkultur neue Netzwerke spannen werden, die als zusätzliche Motivationshilfen über schwache Momente hinweghelfen werden, in dem mancher sich fragen wird: wozu eigentlich das Ganze?
Ich denke das mehr geschrieben
als gelesen und mehr gelabert als
zugehört wird.
Ich stimme Dir da 100%ig zu Georg, es ist wirklich eine ganz andere Art der Kommunikation. Wenn ich mir alleine meine Facebooktimeline vom Wochenende anschaue frage ich mich, ob da wirklich jene Erwachsenen posten, die ich aus dem realen Leben kenne. Denn so manches Mal (und leider immer öfter) werden da Dinge geteilt, wo ich mich wirklich frage “wie bekloppt muss man eigentlich sein…”. Der Begriff Müllkippe passt da ganz fantastisch
.
Andererseits ist das Bloggen, wenn man es denn halbwegs vernünftig betreiben möchte, um einiges zeitaufwändiger, als mal eben was zu Facebook zu teilen oder zu twittern. Außerdem beschäftigt mich schon seit ein paar Tagen die Frage, wie hochwertig mein Blog denn nun sein muss oder wie (ich nenne es jetzt einfach mal) verspielt es sein darf. Letztendlich möchte ich mich ja nicht zum Idioten machen, aber den Spaß daran verlieren, weil ich meine eigene Messlatte zu hoch lege, möchte ich dann auch wieder nicht. Eigentlich schwebt mir vor, alle die Dinge, die ich mit anderen teilen möchte, auf dem Blog zu veröffentlichen und Twitter, Google+ und Facebook nur noch dazu nutzen, um anderen die “Neuigkeit” bekannt zu machen. Vollkommen unabhängig davon, ob es nun ein Artikel, ein Bild oder einfach nur ein Link ist.
Fein, ich glaube da sind wir einer Meinung. Und was ich mit Qualität meine, das ist einfach nur, dass ich bei Textbeiträgen eine gewisse Konsistent und Folgerichtigkeit erwarte – oder anders gesagt: ganze Sätze, denen man anmerkt, dass da etwas nachgedacht und überlegt wurde. Fein auch, wenn in etwa grammatikalisch und orthographisch korrekt in vollständigen Wörtern argumentiert wird. Das ist eigentlich schon alles – und schließt ja nicht aus, das es spontane Postings, Links, Bilder, Videos und Zitate gibt. Im Gegenteil, das halte ich auch für wichtig.
Und die Social Media überwiegend als Multiplikator für Content des eigenen Blogs zu nutzen ist legitim – und das, was ich ja auch mache. Und selbst daraus sollte man keine starre Doktrin machen: ein gut geführter Blog überlebt auch ein paar Postings an ihm vorbei…
Also, wir sehen uns [ vielleicht ja schon recht bald
]
Georg
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