befremdend

Hatte mal wieder eine unfreiwillige Diskussion mit Anhängern eines anderen mobilen Operating System. Ich gehe so was ja gerne aus dem Weg – was sich aber nicht immer machen lässt. Leider…

Und so musste ich mir heute halt wieder sagen lassen, wie wenig secure doch der ganze iOS Kram sei und wie schön offen und transparent, als Open Source von jedem zu reviewen und zu auditen doch dagegen Android daher komme. Ihm käme nichts anderes auf seine Hardware als ein gerootetes Android – volle Kontrolle also.

Ich hab es zur Kenntnis genommen, kurz noch auf die befremdende Tatsache hingewiesen, dass für iOS zur Zeit kein Jailbreak existiere, während die ganzen Android Rooter per Default angewiesen seien, auf die den Jailbreak ermöglichende Vulnerability – oder im Klartext auf Deutsch: Unsicherheit!

Mit der darauf folgenden ganz kurzen Irritation war ich schon zufrieden, zufrieden auch mit den Sekunden an Nachdenklichkeit und Sprachlosigkeit, die darauf folgten. Allerdings sperren sich manche Leute gegen alle Argumente und schütteln die dann ab wie nichts. Dem folgenden weiteren Monolog habe ich mich dann allerdings durch den vorgetäuschten Zwang zur Entfernung entzogen.

und jetzt live…

Ich bin ja begeisterter Hörer der Podcasts von Tim Pritlove. Das gestaltet sich in letzter Zeit so aus, dass ich in der Bahn überhaupt nicht mehr zum Lesen komme, weil ich mich in den Tiefen von MobileMacs, CRE oder Not Safe For Work verliere. Macht aber nichts, weil ich auch sehr viel Spaß dabei habe, einiges dabei lerne und viel interessantes erfahre. Dennoch hab ich mir vorgenommen, mal live dabei zu sein und höre heute mal live in MobileMacs rein und verfolge den Chat dazu…

Lohnt sich wieder mal – und ist, anders als der Name vermuten lässt, nicht nur was für Apple Fan Boys.

und geld zurück…

Da hat also die Telekom beschlossen, zu drosseln. Also den Hahn zuzudrehen, wenn ein Surfer innerhalb eines bestimmten Tarifs ein definiertes Limit überschreitet. Mit 384K darf der Arme dann das Ende des Monats herbeisehnen, um sich endlich wieder einigermaßen vernünftig im Netz bewegen zu können. Zu Ende ist es dann mit permanentem Internetradio, mit HD Filmen über die Apple TV Box, über Lovefilm oder Watchever, vorbei mit den Videos über Youtube oder Vimeo

Bandbreite muß dann gespart werden. Ansonsten eben muss gewartet oder aber gezahlt werden. Denn das geht natürlich auch: Zahlen für die Aufhebung der Drossel. Sollen doch die, die viel verbrauchen, auch viel zahlen. Und warum sollte der Rest die mitfinanzieren? Fair nennt die Telekom das.

Nun, dann gehen wir ja guten Zeiten entgegen – in denen die Fairness regiert, in denen die Vielen weniger zahlen, weil ja die Wenigen, die viel verbrauchen, viel mehr dafür zahlen werden. Und wenn wir dann jeden Monat noch unter dem Limit bleiben, dann gibt es vielleicht sogar Geld zurück? Oder zumindest eine Gutschrift, so dass ich im nächsten Monat das Limit mal ohne Konsequenzen reißen darf? Ja, das hätte ja was mit Fairness zu tun.

Ist aber so wohl nicht geplant. Wäre wohl zuviel der Fairness. Und ob es um die dabei überhaupt geht? Ich hab da meine Zweifel. Wenn da schon angekündigt wird, dass z.B. Youtube nicht gedrosselt werden würde wenn die denn zahlen wollten – dann sieht mir das nach ganz anderem aus: nämlich nach dem sehr durchsichtigen Versuch, Netzneutralität auszuhebeln und Bandbreite dem bevorzugt zur Verfügung stellen zu wollen, der dafür zahlt. Darum ist das Ganze eher ein Präzedenzfall, der die Aufmerksamkeit verdient, die ihm gerade zuteil wird.

seltsame umkehrung

Zeiten ändern sich. Und das ist gut so. Denke ich so etwa zehn bis fünfzehn Jahre zurück, dann schien zementiert, was so auf den Rechnern laufen würde: für immer und für alle Ewigkeit. Microsoft schien das Ding in der Tasche zu haben. Windows for ever. Apple abgeschrieben und das Jahr des Linux Desktop gerade erst vor der Tür. Und heute…

Gesehen...

Nichts vielleicht verdeutlicht diese seltsame Umkehrung der Verhältnisse deutlicher, als dieses Bild. Das, das beworben wird und das, das benutzt wird…

die kehrseite

Endlich hat sich die Situation im EDGE Land verbessert: mein Schwiegervater hat jetzt endlich WLAN. Da freuen sich alle, also zumindest meine Tochter Lea und auch ich. Besuche sind nun keine fast internetlose Zeit mehr und vieles geht deutlich besser als vorher…

Wenn da nicht für mich sowas wie ein übler Beigeschmack dran wäre, eine permanente Mahnung nämlich daran, wie es irgendwann mal für uns alle sein könnte. Gerade in dieser jetzt ausgehenden Woche, in der die Telekom ankündigte, beim Überschreiten bestimmter Limits drosseln zu wollen. Ich gebe ja zu, ich bin etwas verwöhnt von meinem Anschluß in Köln. Netcologne stellt mir da saubere 100 Mbit zur Verfügung. Und jetzt, bei meinem Schwiegervater, in der Nähe von Trier, etwas in den Hunsrück hinauf, da bietet die Telekom einen DSL Anschluß an, der, technisch bedingt, wie es so heißt, nicht über 384 K hinausgeht. Also nicht über das, worauf gedrosselt werden soll, wenn dann mal gedrosselt wird. Es sei denn, mal zahlt…

Und man wird zahlen, denn das ist wenig. Das ist deutlich zuwenig zum Leben, also, zuwenig meine ich, um im Internet vernünftig unterwegs zu sein (ich entschuldige mich schon mal bei allen, die nicht mehr haben – oder sogar noch weniger oder, noch schlimmer, sogar noch mit dem Modem unterwegs sein müssen). Also weg mit dem Unfug und her mit einer vernünftigen Breitband Strategie in Deutschland. Und vor allen Dingen auch: ein klares Nein zu jeder Aufweichung von Netzneutralität. Denn dahin zielt doch wohl in Wahrheit diese Ankündigung. Zahle, YouTube, und du wirst nicht gedrosselt.

aufs telefon tippen

Ob man alles was möglich ist machen sollte, ist eine Frage, eine andere die, ob ob man es dann unbedingt lassen sollte. Sinnlos oder sinnvoll – nicht immer kann man/ich das direkt erkennen. So wie in dem Fall hier: der Mac als Bluetooth Tastatur für iPhone oder auch iPad

Irgendwie schon unpraktisch, immer einen Mac, also eher ein Macbook Xxx, dabei zu haben, aber sehr praktisch, wenn man es dabei hat und gerade was auf sein iPhone oder sein iPad tippen möchte. Vorausgesetzt natürlich, ich kann das, was ich gerade machen möchte, nicht auf meinem Mac machen. Type2Phone also so zu nutzen, wie ich es auf dem folgenden Bild nutze, macht dann irgendwie so richtig keinen Sinn mehr.

Nicht schlecht allerdings, wenn ich damit WhatsApp befüllen oder auch eine SMS schreiben oder einfach was exklusiv iOS mässiges mit Text versorgen möchte während ich am Mac sitze. Dann macht die Verwendung der Tastatur richtig Sinn und vereinfacht drastisch das Schreiben auf dem iPhone. Hat allerdings auch seinen Preis: 4,49 € ist nicht gerade billig dafür. Ich habe die App zwar während einer Promo Aktion umsonst bekommen, hätte aber vielleicht sogar dafür bezahlt. Hat sich jedenfalls schon allein wegen diverser WhatsApp Konversationen wirklich gelohnt.

update

Ich hatte schon mal darüber berichtet, dass wir mit unserem Team gerade Lean Management einführen und in dem Rahmen für unser Daily Standup Meeting als Board die Software von Leankit benutzen. Eine elektronische Kanban Board Lösung also, die manchen Puristen die Nase rümpfen läßt, aber nach etlichen Versuchen mit lokalen Boards und diversen Synchronisationsproblemen die Situation wirklich verbessert hat und endlich für mehr Akzeptanz gesorgt hat.

Dazu trägt auch bei, dass die Lösung mobil zu bedienen ist: es gibt Apps für das iPad und das iPhone (und mit der Verbreitung von Tablets wird jetzt auch über eine Android Version nachgedacht). Nachzulesen ist auch, dass die iPad Version deutlich öfter genutzt wird als die für das iPhone, die in der Tat zur gelegentlichen Bearbeitung nützlich ist, aber aufgrund des Formfaktors nicht wirklich zur Visualisierung geeignet ist. das hat sich mit einem Update jetzt endlich geändert…

LeanKit Board...

Auch auf dem iPhone hat man jetzt das ganze Board im Blick, der Visualisierungseffekt ist deutlich besser: Verteilung und zum Beispiel Verletzungen des WIP Limits sind direkt zu sehen…

Ins Board gezoomt...

…uns nicht zuletzt kann zum Lesen, Ändern und Hinzufügen in das Board rein gezoomt werden. Ein sinnvolles und wirklich gelungenes Update.

aufmerksamkeitsdefizit

Dinge, die mir wichtig sind, geraten zur Zeit etwas ins Stocken. Schreiben und damit auch die kontinuierliche Fortführung des Blogs hier unter anderem. Eingetreten ist, was verhindert werden sollte – und wollte: meine Arbeit frisst über Gebühr Ressourcen, Energie, Zeit, Gerichtetsein und vor allem Aufmerksamkeit…

Nein, nicht dass das vom Gefühl her wirklich gänzlich unangenehm wäre – die Themen, an denen ich zur Zeit arbeite, rechtfertigen sowohl den Aufwand als auch das Engagement in dem im Augenblick notwendigen Mass. Auf interessante, auf spannende und abwechslungsreiche Themen lenkt man deutlich bereitwilliger einen großen – oder vielleicht auch den größten – Teil seiner Aufmerksamkeit. Und vergisst darüber oftmals, dass es viele interessante, ja, sogar sehr interessante Dinge daneben gibt, die auch Aufmerksamkeit verdienen. Die sie dann aber nicht mehr bekommen.

Aufmerksamkeit übrig haben für anderes, das ist vielleicht mit die allernotwendigste Voraussetzung für eine gelungene Work-Life-Balance. Wer keine Aufmerksamkeit mehr erübrigen kann für die Menschen und Dinge, ja für das ganze vielfältige Leben neben seiner Arbeit, der wird daneben nichts wirklich wahrnehmen, nichts wirklich ernst nehmen und nichts wirklich akzeptieren können: weder die Menschen noch die Dinge – und der wird auch keine Energie mehr auf andere Aktivitäten leiten können.

Wo alle Aufmerksamkeit quasi absorbiert wird von der übermächtigen Gravitation der beruflichen Interessen und Notwendigkeiten, da kann ein Privatleben auch nicht mehr zu seinem Recht kommen.